Fahnenarbeit

Die Fahnenarbeit war der Beginn der Dualaktivierung, noch bevor es die blau-gelben Gassen gab. Mittels einer gelben Fahne werden dem Pferd optische Reize geboten, indem die Fahne im Wechsel von links nach rechts geschwenkt wird. Der Mensch geht dabei rückwärts und wendet sich dem Pferd zu. Durch die rechts-links-Reize werden die Gehirnhälften aktiviert und stimuliert, so dass die Kommunikation zwischen den Hemisphären gefördert wird. Da die Augen des Pferdes seitlich am Kopf angebracht sind (monokulares Sehen), werden Reize über das jeweilige Auge nur zu 80 bis 85 % an die gegenüberliegende Gehirnhälfte geschickt. Dies erklärt, warum ein Pferd auf der einen Seite einen neuen Gegenstand akzeptiert, auf der anderen Seite jedoch erneut erschrickt. Durch regelmäßige Fahnenarbeit wird das Pferd ruhiger, weniger schreckhaft und konzentrierter. Beide Gehirnhälften werden besser miteinander vernetzt. Gleichzeitig mobilisieren wir die Kopfgelenke, die für die korrekte Stellung zuständig sind. Verspannungen in diesem Bereich können sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken. Lockere Kopfgelenke sind Voraussetzung für die Arbeit in der Dualaktivierung und Equikinetik und machen Biegung und damit Geraderichtung des Pferdes erst möglich.